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22.-24. Juni 2015
3-Tages-Seminar für Lehrkräfte in Dillingen

17. Oktober 2015
Bayerisches Schulsani-Symposium in München

09.-11. November 2015
3-Tages-Seminar für Lehrkräfte in Dillingen


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Tutorial "Aufbau eines Schulsanitätsdienstes" für Neueinsteiger


Schritt 7: Planen Sie Einsatzablauf und Dokumentation.


Es gibt verschiedene Einsatzmöglichkeiten und Aufgaben für Ihren Schulsanitätsdienst: den "regulären" Dienst im Schulalltag, den Dienst bei schulischen Veranstaltungen wie Sportfest, Schulfest, Konzerte, Abschlussfeiern, Weihnachtsbasar, Gottestdienste etc., die Mithilfe bei der Ausbildung neuer Schulsanitäter oder Erste Hilfe-Kursen für Mitschüler sowie Präsentationen/Aktionen beim Tage der offenen Tür.


Im folgenden soll auf den Einsatz bei Notfällen im Schulalltag eingegangen werden:

Den genauen Einsatzablauf planen Sie im Vorfeld, besprechen Sie mit der Schulleitung und weisen dann Ihre Schulsanitäter darauf ein. Sie können ihn als Schaubild im Schulsanitätsdienstraum aufhängen oder als Teil der Dienstanweisung herausgeben. Dies ist wichtig, da die Schulsanitäter Erste Hilfe lediglich "unter Aufsicht einer Lehrkraft leisten" dürfen... was nicht bedeutet, dass Sie bei jedem Notfall vor Ort sein müssen, sondern dass die organisatorische Aufsicht gewahrt sein muss, also eine genaue Regelung, was die Schüler dürfen und was nicht. Hier die wichtigen Schritte:

  • Bei einem Notfall erfolgt zunächst die Meldung ans Sekretariat - auch wenn bereits Schulsanitäter vor Ort sind. Denn der Schulleiter muss über den Notfall informiert sein und ggf. müssen auch weitere Schulsanitäter alarmiert werden. Der Patient bleibt im Normalfall am Ort des Unfalles, weil die Schulsanitäter dann den Unfallhergang nachvollziehen und ggf. Mitschüler dazu befragen können. Die Schulsanitäter entscheiden dann, ob sie den Patienten in den Sanitätsraum bringen oder aber vor Ort vom Rettungsdienst abholen lassen.
  • Dann erfolgt die Alarmierung der Schulsanitäter nach Dienstplan und nach dem von Ihnen gewählten Alarmierungsmodell (z.B. via Einsatzhandy). Bei bestimmten Stichworten kann an dieser Stelle bereits ein Notruf abgesetzt werden, z.B. bei einer leblosen Person - hier ist keine Zeit zu verlieren!
  • Nach Eintreffen der Schulsanitäter am Notfallort erfolgen die lebensrettenden Sofortmaßnahmen bzw. die "Untersuchung" des Patienten. Ggf. werden weitere Schulsanitäter alarmiert, wenn es sich um einen schwerwiegenden Notfall oder aber mehrere Patienten handelt.
  • Sind die Erstmaßnahmen erfolgt und steht aufgrund Untersuchung und Anamneseerhebung die Dringlichkeit und nähere Informationen über den Notfall fest, wird über das Sekretariat der Notruf veranlasst (oder bei sehr erfahrenen Schulsanitätern ggf. auch vor Ort per Handy - dann muss aber wieder eine Rückmeldung an das Sekretariat erfolgen!). Wird ein Rettungswagen alarmiert, so sollte ein "Einweiser" ans Schultor geschickt werden, der gerade bei größeren Schulen die Sanitäter schnellstmöglich zum Einsatzort bringt.
  • Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes erfolgen die Betreuung des Patienten und weitere Erste Hilfe-Maßnahmen sowie die Dokumentation. Zudem muss ggf. eine Begleitperson für den verunfallten/erkrankten Schüler organisiert werden, abhängig von Alter und Zustand des Schülers.
  • Dem Rettungsdienst sollten Notfallgeschehen, Vitalwerte und Maßnahmen möglichst strukturiert vorgestellt werden, am besten unter Zuhilfenahme des Einsatzprotokolls. Diese "Übergabe" sollte im Vorfeld geübt werden, damit nichts vergessen wird und der Rettungsdienst die Arbeit der Schulsanitäter "ernst nimmt". In größeren Städten mit mehreren Kliniken muss die Zielklinik erfragt werden, damit die Eltern dorthin geschickt werden können.
  • Nach dem Einsatz erfolgt eine kurze Nachbesprechung, um eventuelle Meinungsverschiedenheiten gleich zu klären. Dann wird die Dokumentation vervollständigt und ggf. verbrauchtes Material aufgefüllt, damit es für den nächsten Einsatz komplett ist. Bei schwerwiegenden Notfällen sollte die Nachbearbeitungsphase verlängert werden, damit die Schüler den Einsatz verarbeiten können, bevor sie in den Unterricht zurückkehren.

  • Die Dokumentation ist primär wichtig bei Unfällen in der Schule, da diese im Unfallbuch festgehalten werden müssen. Aber auch bei anderen Notfällen empfiehlt sich eine gewisse Dokumentation: Anhand derer kann eine einfache Übergabe an den Rettungsdienst erfolgen, sie kann weiterbehandelnden Ärzten und Eltern Informationen über Unfall-/Krankheitshergang geben und dient schließlich auch dem Nachweis, dass nach bestem Wissen und Gewissen Erste Hilfe geleistet wurde. Kleinere Hilfeleistungen und Betreuungen von Schülern im Sanitätsraum können einfach im Unfallbuch bzw. auf einer Liste eingetragen werden, für Notfälle, die eine Krankenhausbehandlung nach sich ziehen, empfiehlt sich ein ausführlicheres Einsatzprotokoll wie das "Einsatzprotokoll Schulsanitätsdienst Bayern", das Sie im Forum herunterladen können. Eine Kopie des ausgefüllten Protokolles wird dem Rettungsdienst in der Regel mitgegeben. Das Protokoll ersetzt den Eintrag im Verbandbuch, muss aber natürlich ebensolange und für die Allgemeinheit nicht zugänglich aufbewahrt werden.